Kind und Umwelt

Das Kind sagt "Ich bin da"

Dieser Artikel gehört zu Elterninfo 7. Schwangerschaftsmonat

Natürlich können Sie zu ihrem ungeborenen Kind Kontakt aufnehmen, beispielsweise in dem Sie ihm vorsingen oder mit ihm sprechen – vor allem wird es die Stimme der Mutter hören. Aber die Kleinen machen sich auch zunehmend selbst bemerkbar: Schon ab etwa der 20., spätestens ab der 22. Schwangerschaftswoche können werdende Mütter Kindsbewegungen spüren. Und jetzt, im siebten Monat, tritt das Kind manchmal schon richtig aus.

Bei manchen schlanken Frauen kann man diese Bewegungen von außen sehen und auch die Lage des Kindes ertasten. Denn am Anfang dieses letzten Schwangerschaftsabschnitts ist das Ungeborene schon etwa 35 cm groß und nimmt allmählich die Geburtslage ein.
Früher, als es noch keine der Ultraschalluntersuchungen gab, sei es wichtig gewesen, die Kindslage von außen einschätzen zu können, erklärt Christoph Bührer, Leiter der Neonatologie an der Berliner Charité: „Da konnte man durch äußeres Fühlen gegen Ende der Schwangerschaft abschätzen, wie das Kind im Mutterleib liegt, ob mit dem Po voran oder mit dem Kopf voran.“

Lied "Es tanzt ein Bi-Ba-Butzemann" anhören

Ob sich der Fötus aber insgesamt ruhiger oder lebhafter verhält, ist schon im Mutterleib eine Frage des persönlichen Temperaments. Und auch der Schlaf-Wach-Rhythmus ist von Ihrem unabhängig. Ihr Kind weiß selbst, wann es lieber Daumen lutschen, strampeln oder schlafen möchte, es sei denn natürlich, Sie singen gerade aus voller Kehle oder hören sehr laute, bassbetonte Musik. Das wird das Kind in jedem Fall wahrnehmen, und es kann durchaus auch darauf reagieren – wenn es ihm zu viel wird, auch schon einmal recht heftig. Oft ist es aber gerade nachts, wenn Sie schlafen, besonders aktiv und beginnt zu boxen oder Fußball zu spielen – so lebhaft, dass Sie davon aufwachen.

Lied "Hopp, hopp, hopp" anhören

Ein beruhigendes Zeichen, denn laut Christoph Bührer ist ein Kind, das sich bewegt, meistens auch gesund. Wenn umgekehrt die Kindsbewegungen plötzlich sehr viel weniger werden, sollten Sie aufmerksam werden. Hinter der ungewohnten Ruhe kann in manchen Fällen eine vorzeitige Ablösung der Plazenta stehen. Das Ungeborene wird dann nur unzureichend versorgt und schaltet so zu sagen auf Sparflamme um. Wenn Sie sich unsicher fühlen, ob mit Ihrem Kind alles in Ordnung ist, suchen Sie lieber Ihren Arzt auf. Auch wenn es also etwas seltsam klingt: Hören Sie auf Ihr Kind.

 

Professor Dr. Christoph Bührer ist Direktor der Klinik für Neonatologie, der Abteilung für Neu- und Frühgeborene, an der Berliner Charité.

 

Liedbeiträge mit freundlicher Genehmigung von Liederprojekt.org, einem Benefizprojekt von Carus-Verlag und SWR2

Dieser Artikel gehört zu Elterninfo 7. Schwangerschaftsmonat