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Es muss nicht immer Klassik sein

Dieser Artikel gehört zu Elterninfo 7. Schwangerschaftsmonat

Welche Musik ist die beste für das ungeborene Kind? Mozart oder Rock? Oder doch die selbst gesungene? Ganz ruhig bleiben: das Ungeborene hört vor allem die Körpergeräusche der Mutter, und deren Geräuschpegel übertönt erst einmal alles andere.

Herzschlag, Atmung und Darmgeräusche, die das Kind dauernd umgeben, können etwa 85 Dezibel erreichen, das entspricht starkem Straßenverkehr. Äußere Geräusche dagegen werden um 30 Dezibel gedämpft. Wenn also Geräusche von außen mit denen von innen konkurrieren wollten, müssten sie über 100 Dezibel erreichen, stellt Christoph Bührer klar, Leiter der neonatologischen Abteilung an der Berliner Charité.
Solchen Höllenlärm wird jede Schwangere wohl von selbst meiden. Das einzige laute Geräusch, dem ein Ungeborenes ungedämpft ausgesetzt sein kann, ist, wenn die Mutter selbst sehr laut singt.

Lied "Heut ist ein Fest bei den Fröschen am See" anhören

Wenn aber eine werdende Mutter laute Musik hört – ob Orchestermusik oder Hardrock – und sich dabei wohl fühlt, nehmen sie und das Kind keinen Schaden. Noch nie hat ein Kind Hörschäden durch eine Beschallung vor der Geburt davongetragen. Nur bei sehr tiefen Frequenzen rät Christoph Bührer zur Vorsicht: Laute wummernde Bässe, die auch mit dem Bauch wahrgenommen werden, können für das Kind unangenehm werden.
 

Lied "Kuckuck, kuckuck, ruft's aus dem Wald" anhören

Hören Sie also die Musik, nach der Ihnen ist und bei der Sie sich wohlfühlen. Wenn es Ihnen dabei gutgeht, geht es auch Ihrem Kind gut. Und noch etwas: feste Abläufe und tägliche Rituale helfen Ihnen, besser mit Ihrer Schwangerschaft und der zunehmenden körperlichen Belastung fertig zu werden. Wenn Sie müde oder abgespannt sind, halten Sie Musik bereit, die Sie besonders gern hören, zu der Sie sich möglicherweise auch gern bewegen. Oder vielleicht singen Sie sich und dem Kind sogar etwas vor!

 

Professor Dr. Christoph Bührer ist Direktor der Klinik für Neonatologie, der Abteilung für Neu- und Frühgeborene, an der Berliner Charité.

 

Liedbeiträge mit freundlicher Genehmigung von Liederprojekt.org, einem Benefizprojekt von Carus-Verlag und SWR2

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