Tipps

Musikalische Partner

Dieser Artikel gehört zu Elterninfo 2 Jahre

Eltern-Kind-Kurse sind eine ausgezeichnete Möglichkeit, nicht nur die Kleinen, sondern auch ihre Eltern für Musik zu begeistern. Gerade jüngere Kinder verlassen sich außerdem (noch) gerne auf die beruhigende Anwesenheit von Mutter oder Vater. Zu den besonders aktiven Anbietern von Eltern-Kind-Kursen gehören die Musikschulen, wie etwa die der Landeshauptstadt Hannover. Hierher kommen Kinder zwischen einem und höchstens drei Jahren zusammen mit ihren Eltern.

Dabei wollen Sabine Kleinau-Michaelis, Leiterin des Bereichs Elementare Musikpädagogik, und Pädagogin Ulrike Gramann in Zukunft Kurse für noch jüngere Kinder anbieten: Die Kinder sollen so früh wie möglich den spielerischen Umgang mit Stimme und Körper lernen.

Wie umfangreich ein solches Programm sein kann, zeigt ein Kurs mit etwa zweijährigen Kindern und ihren Eltern: Eingerahmt wird die Stunde von einem Begrüßungs- und einem Schlusslied. Dazwischen gibt es Finger- und Bewegungsspiele und Lieder zu einem bestimmten Thema, im Sommer zum Beispiel über Käfer oder Bienen. Mit Spielmaterial und Instrumenten können die Kinder Geräusche und Klänge ausprobieren. Anschließend können die Kinder zu Musik tanzen oder sich sonst frei bewegen. „Es ist eigentlich bei so einer Stunde immer ein relativ fester Aufbau, weil die Kinder durch diese Rituale Sicherheit bekommen“, erklärt Ulrike Gramann.

Lied "Hopp, hopp, hopp" anhören

Aus Zuhören wird Musikmachen

Während sich kleinere Kinder zu Beginn überwiegend noch von den Eltern zur Musik wiegen oder schaukeln lassen, fangen ältere und hörerfahrene Kinder selbständig an, sich zu bewegen; das kann bis zum Tanzen gehen. Diese rhythmischen Bewegungen oder auch Klatschspiele fördern Grob- und Feinmotorik.

Und gelegentlich versuchen die Kinder, nicht nur die Melodien der Lieder, sondern auch deren Texte nachzuahmen, zunächst mit einzelnen Lauten und Silben. „Sie lauschen richtig, und irgendwann mischen sie sich mit ein. Und dann plötzlich hört man auch Kinder einzelne Liedteile mitsingen.“ 

Lied "Büderchen, komm tanz mit mir" anhören

Dafür müssen sie die Lieder aber immer wieder von ihren Eltern hören. Erst so können Kinder Worte oder auch kurze Wortteile aufgreifen und nachsprechen, betont Sabine Kleinau-Michaelis: „Wiederholung ist das A und O für diese Kurse, das gibt Sicherheit und die Möglichkeit, selbst damit zu spielen, was man erst gelernt hat.“
 
Mit der Zeit können Kinder eine ganze Melodie mit- oder sogar aus dem Gedächtnis nachsingen, manche schon mit zwei Jahren. Manchmal erfinden sie auch spontan kleine Melodien auf einzelne Worte oder Wortteile, aus denen sich zusammen mit den Eltern kleine Gesangsspiele ergeben können.

Kommunikation als A und O des frühen Lernens

Natürlich hängt es auch von der individuellen Begabung eines Kindes ab, ob und wie es Melodien aufnehmen und wiedergeben kann. Aber wichtig ist auch, wie oft Eltern und Erzieherinnen zuhause und in der Krippe oder Kindertagesstätte mit ihm singen. Auch wenn manche Kinder schon mit zwei Jahren Lieder singen können, fällt das vielen anderen selbst noch nach dem Kindergarten oder in der Grundschulzeit schwer.

Lied "Jetzt steigt Hampelmann" anhören

Aber die Eltern spielen nicht nur in Sachen Musik eine wichtige Rolle. Lernen, Entfaltung und Entwicklung des Kleinkindes finden vor allem über zwischenmenschliche Kommunikation statt, erklärt Ulrike Gramann. Das heißt, Eltern (und Erzieherinnen) verschaffen Kindern einen entscheidenden Vorteil, indem sie mit ihnen sprechen und auch mit Gestik und Mimik auf sie eingehen: „Die Eltern sind am Anfang unverzichtbar, sie sind wirklich Partner der Kinder“.

 

Liedbeiträge mit freundlicher Genehmigung von Liederprojekt.org, einem Benefizprojekt von Carus-Verlag und SWR2

Dieser Artikel gehört zu Elterninfo 2 Jahre