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Für die Kinder - erstes Repertoire in der Eltern-Kind-Gruppe

Dieser Artikel gehört zu Elterninfo 3 Monate

Die ersten Monate mit dem Kind liegt hinter Ihnen. Vielleicht denken Sie jetzt ja schon daran, in eine Krabbelgruppe zu gehen oder gleich in eine Eltern-Kind-Gruppe an einer Musikschule. Für Mütter kann es reizvoll sein, wieder mehr unter Leute zu kommen, andere Mütter zu treffen, gemeinsam Musik zu hören und selbst zu machen. Aber was bringen diese Musikgruppen den Kindern?

Natürlich kann Ihr Kind im Alter von drei Monaten noch keine Töne nachsingen, geschweige denn Melodien. Vorläufig sind Sie noch allein der aktive Musikpartner und singen oder spielen nicht mit Ihrem Kind zusammen, sondern für Ihr Kind. Mit Ihrem Vorbild schaffen Sie aber wichtige Voraussetzungen, auf die es später zurückgreifen kann, denn Kinder saugen alle Anregungen – vor allem natürlich die angenehmen – auf wie ein Schwamm.

Lied "Es war eine Mutter" anhören

Das heißt aber auch, dass sich Ihr Kind momentan noch nicht auf einen Reiz in seiner Umgebung konzentrieren kann. Erst im Lauf der nächsten Monate lernt es, bei einer Sache zu bleiben. Mit den Augen nimmt es derzeit vor allem Ihr Gesicht und starke Kontraste wie hell-dunkel wahr.

Wenn Sie ihm etwas vorsingen und es dazu herumtragen, spürt es zuerst einmal Ihre Zuwendung und Aufmerksamkeit. Aber gleichzeitig prägen sich ihm schon jetzt Rhythmus, Melodieverlauf und Sprache der Lieder ein. Im Lauf der Zeit wird Ihr Kind selbst aktiv, es versucht etwa Laute oder Töne nachzuahmen.

Lied "Alle meine Entchen" anhören

Gemeinsam Musik machen

Auf diesen Effekt setzen musikalische Eltern-Kind-Gruppen, wie Sabine Kleinau-Michaelis erklärt, die an der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover den Bereich Elementare Musikpädagogik leitet. Hier werden Musikangebote vorbereitet, die schon bald nach der Geburt, ab einem Kindesalter von etwa drei Monaten beginnen sollen (s. a. die Rubrik „Kind und Umwelt“ in dieser Elterninfo).

Erst einmal geht es darum, den Müttern Anregungen für kleine Musikspiele mit Gesang und Instrumenten zu geben. Im Vordergrund stehen dabei der enge Kontakt und die Kommunikation zwischen Mutter und Kind: „Die Kinder werden zunächst mit hinein genommen, etwas später beginnen sie zu imitieren, und irgendwann werden sie in die musikalische Selbständigkeit entlassen.“

Lied "Kommt ein Vogel geflogen" anhören

Wichtig ist Sabine Kleinau-Michaelis auch, Eltern an kindgerechtes Singen zu gewöhnen. Denn Kinder können sich viel besser am Vorbild der Erwachsenen orientieren, wenn sie ein Lied in ihrer eigenen, höheren Stimmlage hören.

Und Ulrike Gramann, die an der Musikschule der Landeshauptstadt Hannover Eltern-Kind-Kurse leitet, achtet darauf, dass alles auch oft genug wiederholt wird. So können Eltern in aller Ruhe ein Repertoire erwerben an Liedern, Fingerspielen oder Einfällen, wie sie sich mit dem Kind zu Musik bewegen können.

Das klingt anspruchsvoll und so, als müssten Eltern sich auf eine solche Musikgruppe erst einmal vorbereiten. Aber Sabine Kleinau-Michaelis rät zu Gelassenheit: „Es geht vor allem um den Kontakt und darum, Musik gemeinsam zu erleben und Anregungen aufzunehmen. Die beste Vorbereitung sind Neugier und Offenheit für Prozesse, die durch die Musik in Gang gesetzt werden.“

 

Liedbeiträge mit freundlicher Genehmigung von LIEDERPROJEKT.ORG, einem Benefizprojekt von Carus-Verlag und SWR2

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