Kind und Umwelt

Plötzlich ist alles anders

Dieser Artikel gehört zu Elterninfo 3./4. Schwangerschaftsmonat

Eine Schwangerschaft verändert den Körper, die Psyche, die Beziehung, die Rollenverhältnisse in der Familie, die Zukunftsperspektiven. Diese Umwälzungen können werdende Mütter ziemlich belasten. Fragen, Sorgen, Ängste tauchen auf.
Barbara Schmid, Lehrerin für Hebammenwesen, betont, wie wichtig es gerade in der frühen Schwangerschaft ist, dem entgegen zu wirken, sich zu entspannen und seinen Gefühlen zu vertrauen. Musik kann dabei eine große Hilfe sein: Sie trägt zum Wohlfühlen bei, sie fördert positive Energien, sie kann Mutter und Kind entspannen.

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„Ich bin schwanger“ – diese Botschaft ändert (fast) alles im Leben einer Frau, vom Körper über die Psyche bis zu den Beziehungen in der Familie, zur Umwelt. Zunächst stellt sich der Körper um: Er fängt an, das Schwangerschaftshormon hCG zu produzieren. hCG verhindert u.a. die weitere Produktion von Eizellen. Schwangere kennen die Symptome dieser Umstellung: morgendliche Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Kreislaufstörungen.

Etwas später spielt Progesteron eine wichtige Rolle, ein Hormon, das die glatte Muskulatur weich hält – in der Gebärmutter, aber z. B. auch im Darm. So ist auch Darmträgheit eine klassische Nebenwirkung in der Schwangerschaft. Interessanterweise treten viele Symptome erst dann auf, wenn Gewissheit über die Schwangerschaft besteht: Die Psyche spielt neben den Hormonen eine wichtige Rolle.

Lied "Jetzt steigt Hampelmann" anhören
 

Alles gerät durcheinander

Eine Schwangerschaft löst unterschiedlichste Emotionen aus, wirft Fragen auf: Ziehe ich das Kind allein auf oder als Paar? Was bedeutet die Elternrolle für unsere Beziehung? Sollen wir heiraten? Praktische Dinge wollen bedacht sein: Ist die Wohnung groß genug? Reichen die finanziellen Mittel? Wann sage ich es wem?
Sorgen, Unsicherheiten und Ängste müssen bewältigt werden. Hier kommt die Musik ins Spiel. Eine Gute-Laune-Melodie im Radio, das Lieblingsstück auf der CD, zu dem Sie sich entspannt bewegen - schon fühlt sich vieles besser an. Musik bringt Sie auf andere Gedanken. Entspannen Sie sich! Ihr Kind bekommt diese positive Stimmung mit.

Lied "Ich brauche kein Orchester" anhören

Eine Schwangerschaft verändert auch Familienkonstellationen: Aus Frau und Mann werdende Mutter und Vater, aus Eltern Großeltern, aus Schwester und Bruder Tante und Onkel, Kinder bekommen Geschwister und damit mögliche Konkurrenz. „Der neue Mensch sortiert Familienkonstellationen neu“, beschreibt Barbara Schmid diese Situation, in der sich jeder in einer nun anderen Rolle wiederfindet.
 

Gut für die Entspannung: Musik

Eine Herausforderung, für deren Bewältigung werdende Mütter und Väter nach Hilfe und Unterstützung suchen, z. B. in einem der zahlreichen Ratgeber, die der Markt bereit hält. Wichtig ist aber außerdem, in sich hinein, „auf sein Bauchgefühl“ zu hören. Ganz intuitiv ändern sich Einstellungen oder Verhaltensweisen, etwa in der Ernährung. Schwangere sollten ihren individuellen Empfindungen und Bedürfnisse vertrauen. Barbara Schmid weiß aus ihrer langen Berufserfahrung: „Es gibt kein ,Mach‘ es so, dann ist es richtig‘.“

Lied "Kommt ein Vogel geflogen" anhören

Nutzen Sie die Möglichkeiten, die Musik Ihnen bietet. Sie hilft, Spannungen abzubauen, sich wohler zu fühlen, sie regt an und motiviert. Ihr Kind erfährt das ganz unmittelbar: „Kinder hören schon relativ früh... Sie merken, dass die Mutter sich wohl fühlt.“ Und das überträgt sich. Leben Sie also bewusst mit Musik!

 

Barbara Schmid ist Lehrerin für Hebammenwesen am Evangelischen Bildungszentrum für Gesundheitsberufe Stuttgart (ebz) und arbeitet selbst als Hebamme.

 

Liedbeiträge mit freundlicher Genehmigung von Liederprojekt.org, einem Benefizprojekt von Carus-Verlag und SWR2

 

Dieser Artikel gehört zu Elterninfo 3./4. Schwangerschaftsmonat